Marko Beyer, Vorstandsvorsitzender der Hairdeluxe AG, im Interview


Marko Beyer, Vorstandsvorsitzender der Hairdeluxe AG, stand uns in einem Interview Rede und Antwort – es wurde eine Plauderstunde daraus … Hi Marko, erst einmal zum Persönlichen – erzähl unseren Lesern, was du bisher gemacht hast und wie lange du der Branche schon treu bist. Hallo Stefan, vielen Dank, dass ich hier sein kann. Ich fange mal ganz unverblümt mit dem zweiten Teil deiner Frage an. Wie lange bin ich der Branche schon treu? Genau gesagt, schon bevor ich das Licht der Welt erblickt hatte. Meine Mutter war hochschwanger mit mir auf der Meisterschule Oldenburg Ende der 60er-Jahre. Ich sage immer, dass ich im Aufenthaltsraum groß geworden bin. Als aktiver Vertriebler für Friseurprodukte, und jetzt als Vorstandsvorsitzender der Hairdeluxe AG, bin ich seit 12 Jahren aktiv. Und, auch wenn ich mit der Friseur-Branche in jungen Jahren rein gar nichts zu tun haben wollte, denn ich habe gesehen, wie viel und wie hart meine Mutter als selbstständige Friseurmeisterin damals schon in der Kleinstadt Wilhelmshaven gearbeitet hatte, bin ich nun froh, dabei zu sein. Wieso? Die Friseurbranche ist lebendig, kreativ und erfindet sich gerade neu. Die harte und buchstäblich leidenschaftliche Arbeit einer Friseurin, einer Friseurmeisterin wurde und wird zwar von vielen in unserer Gesellschaft – einschließlich einiger Personen in der Friseur-Branche (!) – nicht oder nur ungenügend anerkannt.

Zum Glück gibt es aber einen Trend von jungen selbstbewussten, intelligenten Frauen und Männern, die sich dem widersetzen und sich mit ein bis zwei Mitarbeitern selbstständig machen, wie die Salons Frau Schneider in Dresden oder Herr Martin in Berlin. Ich finde, das ist eine tolle Entwicklung und freue mich, dass wir mit der Hairdeluxe AG und den Marken evo, fabuloso und fabuloso pro hier und da diese kreativen und vor allem mutigen Menschen begleiten dürfen. Dass ich dies nun miterleben und hier und da unterstützen darf, hätte ich in jungen Jahren nicht gedacht. „Wahrheit + Schönheit + Gerechtigkeit“ ist das Motto von evo und dies spricht mir voll aus dem Herzen. Das Gute ist, Umdenken findet auch mehr und mehr bei größeren Salons und Filialisten statt. Ein Paradebeispiel für mich sind aber die New Hair Salons in München, Augsburg und Bremen.   Und was hast du vorher gemacht? Richtig. Der erste Teil deiner Frage. Wenn ich einmal ins Reden komme, dann höre ich nicht mehr auf. Also, jetzt kommt der Versuch einer Kurzversion (Marko holt tief Luft).   Ich bitte darum … Während des Abiturs und meiner Banklehre zum Sparkassenkaufmann habe ich im elterlichen Betrieb ausgeholfen. Meine Mutter hatte es geschafft, in der Hochzeit vier Salons zu betreiben. Da durfte ich anfangs Bandwatte oder Kleingeld in die Salons fahren. Später, als beispielsweise meine Mutter auf Fortbildung in London war, habe ich dann die Abrechnungen gemacht – Kassemachen haben wir das immer genannt – Warenbestände aufgefüllt, Personal eingeteilt. Mit anderen Worten, bis auf Haare schneiden – das wurde von meinem Vater verboten –  habe ich so fast alles gemacht, was ein Saloninhaber täglich zu tun hat. Der ganz normale Wahnsinn also. Nach der erfolgreich absolvierten Banklehre habe ich erst Wirtschaftswissenschaft an der Bremer Uni studiert, dann Management Accounting an der London School of Economics und schließlich meinen Master im Fach – und das passt vordergründig nun gar nicht – Radio Journalismus am Goldsmith’s College, University of London gemacht.   Wieso Radio-Journalismus? Nun, ich habe ja kreative Verwandte. Meine Mutter die Friseurmeisterin, der eine Onkel Kunstschmied, der andere Onkel Gitarrist und Songwriter einer Band, einen Bruder als gelernten Fotografen. Da liegt es nahe, selbst kreativ zu sein oder sein zu müssen. Durch die Musik habe ich dann mein Studium nicht nur als DJ, sondern auch durch Events finanzieren können. Das war klasse (Markos Augen leuchten). Übrigens, ich bin der erste Radio-Host in Deutschland, der eine reine House-Music-Sendung produziert und moderiert hat, House Nation beim Offenen Kanal Bremen und beim Jugendsender Radio 46 in den 90er-Jahren. Später, als ich von London nach Berlin gezogen bin – das war Anfang der Jahrtausendwende – habe ich dann beim Radiosender Jam FM die Sendung House Music Factory moderiert. Bei Sat.1 war ich parallel als Freier Mitarbeiter für On-Air Promotion verantwortlich. Außerdem habe ich sowohl in legendären Clubs wie Tresor, Sage Club, Erdloch (E-Werk), um nur einige zu nennen, aufgelegt als auch auf Mega-Events wie der Loveparade (No-Ufos-Partys). Das größte für mich ist jedoch BFM 97,2. Mein eigener Radiosender (Markos Augen strahlen noch mehr). Zum Christopher Street Day und zur Loveparade war ich jeweils als lizensierte Event-Radio-Station On-Air. Das war Hammer. Über 70 unbekannte und bekannte DJs aus der ganzen Welt kamen in meine Berliner Wohnung, wo ich kurzerhand meinen eigenen Sender installiert hatte. Mehr Authentizität geht nicht.   Anstatt „Wahrheit + Schönheit + Gerechtigkeit“ also „Wahrheit + House-Music + Gerechtigkeit“? Ja, wenn du so willst (Marko grinst). Ach so, das „B“ bei „BFM“ stand natürlich für „Berlin“ und nicht für „Beyer“. Trust me I am a salesman.     Apropos Salesman. Seit einiger Zeit hast du den Vertrieb von evo haircare, einer Marke aus Australien. Wie kam es dazu? Endlich wird’s interessant. Nein, Spaß. Hier kommt eine Blaupause „Wie importiere ich eine Marke“ für alle die, die es schon einmal machen wollten. Und davon träumen bekanntlich viele. Hierbei will ich jedoch vorwegschicken, dass die meisten Dinge mit Absicht passieren und jeder auf eine gewisse Art Vorleistungen erbracht haben muss, damit das im Leben passiert, was passiert. In meinem Fall hat meine holländische Oma mitgeholfen. Nein, kein Scherz. Durch sie verstehe ich nämlich niederländisch recht gut und kann auch das ein oder andere nicht-jugendfreie Wort sagen. Weshalb das wichtig ist, dazu komme ich gleich.
Denn dies zuerst: vor evo habe ich sehr erfolgreich eine amerikanische Marke zusammen mit meinem Bruder Arne im Norddeutschen Raum eingeführt und aufgebaut, wie du weißt. Mit dem holländischen Importeur dieser amerikanischen Marke, der übrigens den schönen deutschen Nachnamen Fröhlich – er heißt Raymond Fröhlich um ganz genau zu sein – hat, hatten wir buchstäblich fröhliche Momente bei verschiedensten internationalen Treffen. So schließt sich der Kreis zu meiner Oma wieder. Das Holländische hat geholfen. Als der besagte Herr Fröhlich dann die amerikanische Marke in den Niederlanden nicht mehr verkaufen wollte, da er aus voller Überzeugung auf evo – Haircare Australia umgestiegen ist, wurde er von den Australiern gefragt, ob er nicht jemanden in Deutschland kennen würde, auf den folgende Beschreibung passt: Gut aussehendend. Intelligent. Humorvoll. Kite-Surfer. DJ oder ehemaliger Clubbetreiber. Vollblutfriseurversteher. Denn sie bräuchten dort einen Importeur, der die Marke glaubwürdig vertreten kann. Da viel dem Herrn Fröhlich nur der Name „Beyer“ ein (Marko lacht sich scheckig).   Und wieso der Name „Beyer“? Du bist zwar intelligent, humorvoll, ein Kite-Surfer, DJ oder ehemaliger Clubbetreiber und meinetwegen auch Vollblutfriseurversteher, weil dir das mit in die Wiege gelegt wurde, aber gutaussehend? Du hast recht, das hat der Herr Fröhlich bei unseren nächtlichen Treffen in diversen Hotelbars wohl übersehen. Sehr nett von ihm (Marko grinst schon wieder). Die Australier haben sich netterweise auch nicht abschrecken lassen. Einer der drei Söhne, Brad sein Name, nicht Janet, ist extra nach Hamburg gekommen, um evo, fabuloso und fabuloso pro vorzustellen. Wir waren sofort geflasht. Das Tolle an den Serien ist, dass die Kernbotschaft: saving ordinary humans from themselves und das Motto truth + beauty + justice zu 100% widergespiegelt wird. Die Marke war für uns eine runde Sache. Sulfatfrei, parabenfrei, Pionier in Produkten ohne Tierversuche von Anfang an. Wir wollten es machen. Doch die Qualität der Produkte konnten wir nicht alleine beurteilen und haben deshalb Testprodukte an Friseure weitergegeben. Die Aussage der Stylisten war umwerfend: „Wenn ihr die Marken nicht einführen wollt, dann machen wir das. Die sind top. Die darf man keinem Kunden vorenthalten.“ Also wollten wir es machen.   Aber ihr habt doch noch zu dieser Zeit andere Marken repräsentiert? Ja, das stimmt. Wir haben die Importeure dieser Marken seinerzeit auch gefragt, ob wir evo nicht gemeinsam in Deutschland einführen wollen. Doch dies wurde verneint. Wir haben stattdessen grünes Licht bekommen dies selber zu machen. „Jeder hat das Recht, sich selbst zu ruinieren“ habe ich noch mit auf den Weg bekommen.   Das hört sich nicht gerade lieb an. Naja, ich denke, es war ja nicht böse gemeint. Ich habe dies vielmehr als eine Motivationsaufforderung verstanden (Marko grinst schon wieder).   Aber du machst doch die Marken alleine? Nicht alleine. Ich habe ja mittlerweile ein tolles Team von fast 20 Leuten im Innen- und Außendienst inklusive Trainer und Markenbotschafter. Aber es stimmt. Verantwortlich bin ich als Vorstandsvorsitzender alleine. Mein Bruder hat nämlich nach kurzer Zeit meine ehemaligen Kunden im Norddeutschen Raum übernommen und mir seine Anteile an der Hairdeluxe AG/evo überschrieben. Dafür bin ich ihm noch heute sehr dankbar. Das war sehr lieb von ihm. Somit sind wir zwar auf dem Papier Mitbewerber, doch für mich gilt eine Art Gentleman’s Agreement. Soll heißen, der Kuchen ist groß genug für alle.   Was ist das Besondere an evo – sowohl an der Marke, als auch an den Produkten? Was ich ganz persönlich klasse finde, ist – und da spielt meine persönliche Geschichte als Friseurkind eine wichtige Rolle – dass Haircare Australia ein Familienbetrieb der Familie Gauvin ist, gegründet in Adelaide, Süd-Australien. Geoff (Jef ausgesprochen) Gauvin hat in jungen Jahren eine Friseurin mit dem Namen Jan („Jähn“ ausgesprochen) geheiratet. Für seine Frau sollte er hin und wieder Bandwatte, Servietten und andere Basics, die ein Salon so täglich braucht, kaufen gehen. Dabei hat er sich gefragt, was ist eigentlich mit den anderen Friseursalons in der Nähe, gehen dafür auch die Ehemänner einkaufen oder nur ich? Kurzum, Geoff hat zu anderen Salons Kontakt aufgenommen und so die ersten Kunden gewonnen. Hieraus, Jahrzehnte später, ist das größte familiengeführte Kosmetikunternehmen in Australien geworden. Die drei Söhne, zwischen 32 und 38 Jahre alt – selbst Familienväter – sind alle bei ihren Eltern beschäftig. So wie man sich das wünscht, wenn man etwas aufbaut. Einfach super. Für die Nachfolge ist gesorgt.
In diesem Sinne verstehe ich auch den Slogan, „Wahrheit, Schönheit und Gerechtigkeit“, die Kernaussagen von evo – Haircare Australia. Der Slogan spiegelt Nachhaltigkeit wider. evo ist nämlich frei von Sulfaten, Parabenen, DEA und Propylenglykol. Über 70% der Serie sind vegan und die restlichen Produkte werden gerade Schritt für Schritt darauf umgestellt. Außerdem wird die Serie komplett glutenfrei sein. Das wird nicht gemacht, weil es ein Trend ist, sondern weil die Produktionsprozesse dies mittlerweile erlauben. Viele sogenannte vegane Artikel im Kosmetikbereich sind nämlich oft mit schlechter Chemie vollgepumpt. Das soll bei evo gerade vermieden werden. Deshalb sind wir mit der Umstellung auf 100% vegan und glutenfrei etwas später dran.   Ihr seid also keine Bio-Serie, wenn es so etwas überhaupt gibt?  Auch hier eine ehrliche Antwort: Es ist zurzeit unmöglich, Produkte in Australien herzustellen und quer durch die Welt zu schippern ohne Chemie. Auch eine Produktion in Deutschland könnte dies nicht garantieren. Selbst der europäische Verbraucherschutz, die europäische Kosmetikverordnung, gibt vor, dass die Haltbarkeit von Kosmetikartikeln 2 Jahre nach Öffnung der Flasche gewährleistet sein muss. Dies ist momentan leider nur mit künstlichen Konservierungsstoffen möglich. Leider deshalb, da wir von der Hairdeluxe AG, als Importeur der Marken evo, fabuloso und fabuloso pro, wie bereits gesagt, für Nachhaltigkeit, für bewussteres Leben, für einen respektvollen Umgang mit Menschen und der Natur stehen. Dennoch versuchen die Macher aus Australien alles Menschenmögliche zu tun, um die Serie mit der bestmöglichen Technologie auszustatten. Übrigens, dabei sind wir von Anfang an Pionier in Produkten ohne Tierversuche. Mit anderen Worten, wir haben eben keine Inhaltsstoffe, für die vorher Tiere gequält worden sind und die durch gezieltes Marketing vielleicht im Kopf wirken, aber sicher nicht darauf.   Evo wurde ja durch Fabuloso und Fabuloso Pro ergänzt. Was ist das? Fabuloso Pro ist noch einmalig in der Friseur-Branche und ermöglicht den Saloninhabern eine neue Dienstleistung „weg vom Internet hin zum Salon“.   Was bedeutet das? Das bedeutet, jeder Kunde bekommt seine individuelle Behandlung. Fabuloso Pro ist die Kombination von Pflege-Conditioner und Pflege-Pigment. Sehr einfach in der Anwendung und in den Salon-Alltag zu integrieren. Neben zwei Conditionern, als Trägermasse für die Pflege-Pigmente, gibt es natürlich die drei Grundfarben, auch Primärfarben genannt – zur Erinnerung, das sind Gelb, Rot und Blau – und die Sekundärfarben, Orange, Grün und Violett sowie Braun und Platin. Das bedeutet, der Stylist kann seine Kreativität voll ausleben und auf jedes Haar individuell reagieren. Beispiel: Ich habe halblanges, typisch norddeutsches Haar, viel, dünn und Straßenköterblond, so wie es meine Mutter charmant ausgedrückt hätte. Wenn mein Look jetzt eine noch kältere oder wärmere Richtung haben sollte, schaut sich der Friseur meinen Ausgangslevel samt dominantem Pigment an und weiß sofort, welchen Conditioner und welche Pflege-Pigmente er nehmen sollte. Um noch cooler zu werden (Marko grinst), würde man Volumen-Conditioner 50 Gramm plus Platin-Pflege-Pigment 30 Gramm nehmen. Die Masse auf das vorher mit Prime-Shampoo gewaschene Haar legen, nicht tief einarbeiten, mindestens 3 Minuten einwirken lassen, da die Pflege-Pigmente über Magnetismus gehen. Ausspülen. Fertig. Und jetzt der Clou: da Fabuloso Pro in die erste Schuppenschicht geht, ist es mehr als ein Direktzieher und hält länger. Und das alles ohne Oxidanten! Das hat den Vorteil, dass Fabuloso Pro zum Rückpigmentieren genutzt werden kann, wie zur Farbauffrischung als auch um beispielsweise Grünstich zu neutralisieren wie auch zu gelbliches Blondhaar, der berühmte Russen-Look. Das Hauptanwendungsgebiet sind zurzeit aber Pastelltöne. Dafür ist Fabuloso Pro sensationell geeignet.   Und was hat das mit „weg vom Internet hin zum Salon“ zu tun? Ach ja, richtig! Die vom Friseur vorher bestimmte Kombination von Conditioner und Pflege-Pigment gibt es dann für zuhause mit. Dafür haben wir Flaschen mit 230 Gramm Conditioner, entweder als Repair oder, wie in meinem Fall, Volume, in denen dann die Pigmente zugegeben werden. Bei meinem einfachen Beispiel 230 Gramm Volume-Conditioner + 20 Gram Platin-Pigment. Und das Tolle daran, die Formel hat kein anderer Salon und schon gar kein Internetanbieter!   Jetzt aber schon! Haha, bei meinen Haaren schon. Hast aber Recht, nichts mit Coolness – ich muss doch wärmer werden. Und diese Formel gebe ich dir jetzt nicht. (Marko grinst).   Und Fabuloso?   Fabuloso, nicht zu verwechseln mit Fabuloso Pro, sind bereits fertig gemischte Pigmente mit festen Formeln gleich für zuhause. Unser Top-Seller, der Platin-Conditioner, hat beispielsweise einen höheren Anteil an Rot-Pigmenten als sein Fabuloso Pro Gegenstück und funktioniert super als Allrounder. Wer es sich noch einfacher machen will, nimmt Fabuloso, wer es individuell zugeschnitten und exklusiv haben will, nimmt Fabuloso Pro.     Viele Friseure scheuen sich, kleinere, unbekanntere Marken ins Sortiment aufzunehmen. Warum müssen sie sich bei evo keine Sorgen machen? Ehrliche Antwort: Sie müssen sich Sorgen machen! Warum? Weil man sich bei jeder Marke Sorgen machen muss! Es gibt aber unterschiedliche Arten von Sorgen. Jeder Friseur soll genau hinschauen, was ein Lieferant macht und wofür er steht. Macht er Tierversuche, verkauft er Produkte im Supermarkt, bekommen große Salons mehr Unterstützung als kleinere. Mit anderen Worten, finanzieren kleinere Salons indirekt größere Salons. Gibt es Jahr für Jahr eine Preiserhöhung. Wird alle Jahre wieder der Look der Serie geändert, dass man als Salon gezwungen wird, ein ganzes Sortiment nachzukaufen. Wer arbeitet im Außendienst, sind das die Typen, die schon bei fünf anderen Marken waren oder etwa BWL-Studenten mit Schlips und Kragen – der Gegenentwurf des Friseurs – der nur auf der Durchreise ist, um einen Step höher auf der Karriereleiter zu steigen und deshalb drückerkolonnenmäßig die Salons mit Ware vollstellen will. Bei uns sind die Sorgen anders. Wir haben beispielsweise unser Lager und unser Büro gewechselt von Oldenburg nach Bremen (das Büro) und nach Hamburg (das Lager). Da gab es Probleme mit dem neuen Warenwirtschaftssystem. Aber wenn wir das unseren Kunden erklären, haben alle Verständnis. Sie freuen sich, dass wir wachsen. Nicht um jeden Preis, aber stetig und ehrlich. Seitdem ich in Verantwortung bin, hat sich die Anzahl der Kunden verdreifacht und der Umsatzwachstum ist ebenfalls sensationell. Obwohl wir uns immer noch als Start-up bezeichnen. Und wir sind komplett schuldenfrei, das Lager ist voll, wir können liefern. Die Herausforderung ist anders gelagert. Die Struktur im Innen- sowie im Außendienst muss mitwachsen. Im Innendienst sind wir bereits klasse aufgestellt. Jetzt brauchen wir noch Verstärkung im Außendienst. Wenn also eine Friseurin beziehungsweise ein Friseur gerne im Außendienst arbeiten möchte, diese Zeilen liest, immer her mit den Bewerbungen.   Dürfen sich nur Friseure bewerben? Am liebsten ja. Fachfragen soll der Außendienst nämlich direkt beim Friseur beantworten können. Das finde ich wichtig. Nur so sind wir auch als Firma gegenüber dem Friseur glaubwürdig. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, sich das Wissen über die Friseurwelt und dazu gehören Kenntnis über Haare und das Handwerk sowie über evo, fabuloso und fabuloso pro anzueignen, dann sind sie selbstverständlich ebenfalls herzlich willkommen. Aber unterschätzt das Wissen der Friseure nicht!     Was bietet evo den Friseuren außer tollen Produkten? Schulungen, Seminare, Unterstützung bei der Salonplanung etc.? Alle meine Vertreter müssen den evo-Tanz vorführen, wenn sie das erste Mal in einen Salon kommen (Marko lacht). Jetzt bewirbt sich wahrscheinlich keiner mehr. Nein, was wichtig ist, evo ist eine Konzeptmarke. Das heiß, wir haben einen Plan entwickelt, welcher auch Aspekte der Verkaufs-Psychologie verkörpert. So sind nicht nur alle Produkte in der Anwendung, zum Beispiel vom ph-Wert, aufeinander abgestimmt und gerade im Styling-Bereich kombinierbar, sondern auch die Warenpräsentation ist durchgeplant. Denn meistens gibt es eine Wand von Produkten, die Endverbraucher aufgrund von Reizüberflutungen nicht mehr wahrnehmen können. Dies wird bei uns beispielsweise durch Eye-Catcher aufgebrochen, so dass Endverbraucher auf die Serie aufmerksam werden. Selbst mit unserem überschaubaren Sortiment von knapp über 30 Produkten ist das wichtig. Übrigens, bei jedem Neukunden bauen wir deshalb die Produkte auch gleich richtig auf. So, dass der Endverbraucher sofort weiß, es handelt sich um einen evo Salon. Der Friseur muss sich um nichts kümmern. Dabei nehmen wir die gesamte Versandverpackung mit, so dass für die neuen evo Salons kein Müll entsteht. Zuzüglich bekommt jeder Salon eine Einschulung. Am Folgetag arbeitet dann eine Fachkraft mit, um das Gelernte vom Vortag sicher und kompetent umsetzen zu können.   Macht ihr dann auch Seminare? Ja klar! International waren wir schon mit dem gesamten Trainer-Team in Göteborg. Im Herbst wird es einen Workshop in London und New York geben. Aber auch deutschlandweit sind wir mit einem neuen Party-Workshop-Konzept unterwegs. Wir fangen an am 20. und 21. Mai in Oldenburg im Salon Headcrash von Marcus Rastetter. Marcus ist von Anfang an evo Markenbotschafter und mittlerweile Art-Director der Hairdeluxe AG. Ich bin froh, Marcus mit an Bord zu haben. Er selbst sagt, dass er eigentlich für keine Firma mehr auf der Bühne stehen wollte, doch er ist von evo und vor allem Fabuloso Pro genauso geflasht wie ich es seit dem ersten Kontakt bin. Am Samstagabend machen wir eine Frisurenshow samt Party – dann kommt wieder meine Leidenschaft als DJ durch. Wobei Marcus mir verboten hat aufzulegen. Ich soll repräsentieren (Marko grinst schon wieder). Am Folgetag wird es dann einen Hands-on-Workshop geben. Hier wird die neue evo und Fabuloso Pro Kollektion vorgestellt. Wir werden dieses Event auch Live auf Facebook übertragen. Hier der Link: https://www.facebook.com/evodeutschland/     Wie wichtig sind, gerade für eine junge Marke, die sozialen Medien? Soziale Medien sind wichtig aber auch nicht.   Was heißt das? Naja, guck mal. Für unser Event ist doch eine Live-Übertragung, wie wir es auf Facebook planen, wunderbar. So können interessierte Friseure – aber auch gerne Mitbewerber (Marko grinst) – an unserem Event kostenlos teilnehmen.
Facebook-Gruppen sind ebenfalls klasse. Das nutzen wir sehr aktiv für den Austausch zum Beispiel für Farbrezepturen für Fabuloso Pro und für Stylingtechniken bei evo.
Aber ansonsten sind soziale Medien überbewertet. Gerade Facebook ist auf dem absteigenden Ast.   Wieso? Die junge Generation ist absolut Youtube und seit einiger Zeit auch eher Snapchat orientiert, wo Beiträge nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden können. So haben Eltern nicht die totale Kontrolle. Das haben sie hingegen in der Regel bei Facebook. Ich selber habe schon beobachtet, wie Eltern öffentlich ihre Kinder maßregeln wollen. Peinlich. Wer will das denn? Deshalb ist Facebook nur noch interessant für Ü25. Die junge Generation ist längst weg. Des Weiteren ist es schon unglaubwürdig, dass einige Marken über 1 Millionen Likes haben und gleichzeitig bei neuen Beträgen nur drei bis sechs. Mit anderen Worten, es muss sich wohl um gekaufte, also Fake-Likes handeln. Der Mix macht es. Die Kombination aus Printmedien und sozialen Medien ist richtig und wichtig. Beispielsweise dfm als Fachmagazin finde ich als Printausgabe klasse, der Medienauftritt kann da nur eine Ergänzung sein.     Du verzichtest in diesem Jahr auf Messeauftritte. Warum? Stefan, ich danke dir für diese Frage! Wie viel Zeit hast du noch? Wie lang darf dieses schon lange Interview noch werden? Also (Marko holt tief Luft), der Ursprungsgedanke einer Messe ist grundsätzlich toll. Sie ist idealerweise eine Plattform, auf der sich auf engem Raum Anbieter mit ihren Produkten und Techniken zeigen können.   Ist das denn nicht mehr so? Auf keinen Fall. Seit Jahren erreichen Messen Friseure nicht mehr. Schau dir doch alleine das Sterben von auch großen Messen in Deutschland an. beautyworld Frankfurt, die ehemalige Leitmesse in Deutschland, ist das Paradebeispiel, aber auch die Friseurmessen in Stuttgart, Hannover und Rostock sind weg. In den drei größten deutschen Städten Berlin, Hamburg und München wird es gar nicht erst gewagt, so etwas auf die Beine zu stellen. Die wissen schon warum.   Aber die Top Hair in Düsseldorf ist doch da. Die wissen aber auch nicht mehr warum. Ich denke, es wird keine fünf Jahre mehr dauern, dann ist sie auch weg. L’Oréal war die letzten zwei Jahre nicht dort und das, obwohl der deutsche Hauptsitz Düsseldorf ist. Dieses Jahr waren sie auch nur halbherzig da, das heißt nicht mit allen Friseurmarken. Es wird kolportiert, dass sie einen großen Messeauftrittsrabatt bekommen haben sollen, um überhaupt dabei gewesen zu sein. Abgesehen davon, Revlon war diese Jahr nicht dabei, geschweige denn Aveda oder Schwarzkopf. Die Liste der Stornierungen wird länger. Übrigens, wir wurden und werden auf der Top-Hair-Website als Aussteller gelistet, obwohl wir gar nicht angemeldet waren. Das heißt, die Top-Hair-Leute schmücken sich mit fremden Federn, das ist doch sehr bedenklich. Spiegelt aber genau die Mentalität wider, die ich nicht mag.   Ist das der Grund, weshalb ihr dieses Jahr nicht mehr dabei wart? In den letzten Jahren hattet ihr doch einen beachtlichen Messestand und das als Newcomer. Haargenau. Die selbsternannte Leitmesse Top Hair Trend & Fashion Days wird von Nicht-Friseuren organisiert. Das merkt man. Zum Beispiel ist dort eine einzige Person für die Einteilung der Workshop-Auftritte verantwortlich. Diese Person kapiert gar nicht, wie wichtig Auftritte auf Workshop-Bühnen gerade für neue Labels sind. Dieser Mensch muss sich aufgrund der Arbeitsbelastung einen schlanken Fuß machen unter dem Motto copy & paste. Soll heißen, der kopiert wohl einfach die Auftrittspläne des Vorjahres und vergibt die besten Auftrittszeiten immer an dieselben großen Firmen. Newcomer wie wir, die im letzten Jahr einen Messestand von 40qm hatten, mit einem Team von über 30 Leuten, Crew, Trainer und Modelle, haben gar keine Chance eine gute Zeit für die Workshop-Bühne zu bekommen. Stattdessen wurden wir auf 9 und 19.00 Uhr gelegt, wo noch niemand beziehungsweise keiner mehr auf der Messe ist. Nach Rücksprache mit anderen kleineren Labels sind wir kein Einzelfall. Das ist Methode. Das ist am Friseur vorbei. Die Konsequenz, unsere 70.000 EUR Messekosten stecke ich dann lieber in eine Anzeigenkampagne und in die Workshop-Auftritte für Friseure.   Aber du weißt schon, wer Kritik übt, muss es besser machen oder zumindest vorschlagen, was besser wäre. Stimmt. Auch diesmal hast du Recht. Hier ist meine Idee für eine authentische Friseurmesse: Alle Aussteller bekommen die selbe Flächengröße, beispielsweise 70qm. Auf jedem Messestand kann die jeweilige Marke nicht nur ihre Produkte präsentieren, sondern auch Workshops, Haarshows zu festen Zeiten und Pausen anbieten. Diese Zeiten und Pausen müssen von allen Firmen eingehalten werden. So können interessierte Stylisten sich aussuchen, zu welchem Label sie zu welcher Zeit gehen. Es gibt, wie in der Flughafenhallen eine Anzeigentafel, wo welche Veranstaltung und mit welchem Trainer stattfindet. Die totale Transparenz. Endlich wird es fair für alle. Großhändler, Haarschmuckanbieter, Versicherungsvertreter & Co. müssen draußen bleiben. Vielleicht schließen sich ja kleine Firmen zusammen und gründen eine echte Friseurmesse. Eine Fachmesse, so wie es sich meine verstorbene Mutter gewünscht hätte. Wir wären dabei.   Wenn unsere Leser jetzt an evo interessiert sind – was sollen Sie dann machen? Einfach eine E-Mail schreiben an hallo@evohair.de oder unsere gute Fee Petra in unserem Büro in Bremen anrufen: 0421 – 468 23 100. Als alleinerziehende Mutter ist Petra von 9 bis 14:00 Uhr zu erreichen.    

Marko

Marko Beyer

Marko

Marko

Marko