Wedding Week #4: So bist du der perfekte Gast


Von Stefan Stanislawski 21. März 2019


Jede Hochzeit steht und fällt mit den Gästen – im Idealfall sorgt die Mischung aus engen Verwandten, guten Freunden und netten Kollegen für ausgelassene Stimmung. Doch es gibt auch einige Fettnäpfchen, in die man als Gast treten kann. Wir sagen euch, wie ihr garantiert als perfekter Gast in Erinnerung bleibt.

 

Outfit

Grundsätzlich sollte sich jeder Gast an den Vorgaben des Brautpaars orientieren, meistens wird in der Einladung ein Dresscode vorgegeben – Hochzeiten in Tracht werden immer populärer, Biker heiraten gerne in Leder, Mittelalter-Fans kostümieren sich aufwendig. Diese Spezialfälle überlassen wir einfach eurer Kreativität, wir widmen uns den klassischen Hochzeitsoutfits. Und das sieht normalerweise so aus: Die Damen tragen – je nach Jahreszeit und persönlichem Geschmack – Cocktail- oder lange Kleider. Die Herren sind mit einem Anzug immer gut beraten, wenn die Stimmung im Laufe des Abends ausgelassener wird, darf das Jacket natürlich abgelegt werden. Doch sowohl für Frauen als auch Männer gilt eine Regel: Niemand sollte dem Brautpaar die Show stehlen! Deshalb sind für Frauen die Farben Weiß und Rot tabu, auch ein allzu auffälliges Dekolleté muss nicht sein. Und Herren bleiben am besten bei einer schlichten Anzugvariante, wenn man der einzige im weißen Frack ist, wirkt man eher belustigend als stylisch.

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Wer so zu einer Hochzeit kommt, kann sich eisiger Blicke der Braut sicher sein. Foto: Getty Images

Geschenk

Womit macht man als Gast nie etwas falsch? Mit einem Geldgeschenk! Eine Hochzeit und die anschließenden Flitterwochen sind teuer, deshalb freut sich jedes Brautpaar über Bares. Wenn es also keine offizielle Geschenke-Liste gibt, von der sich jeder aussuchen kann, was er schenken möchte, bist du mit einem Geldgeschenk am besten beraten. Und dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob es einfach ein Umschlag mit einer Karte und ein paar Scheinchen ist oder eine mit Euro-Münzen befüllte Schatztruhe. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, wie viel Geld das Brautpaar für seine Gäste ausgibt. Wenn man pro Person 25,- Euro für Essen und Getränke rechnet (das ist natürlich stark abhängig vom Rahmen, in dem die Hochzeit stattfindet), sollte man mindestens das Doppelte schenken – es soll ja etwas für das Brautpaar übrig bleiben. Je näher man dem Paar steht, desto mehr sollte man auch geben.

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Bevor man das dritte Topfset schenkt, greift man besser zu einem Geldgeschenk. Foto: Getty Images

Benehmen

Alle fürchten Onkel Willi und seine zotigen Witze – vor allem, wenn ihm die heißen Brautjungfern zu nahe kommen, kann es peinlich werden. Wenn also du nicht der sonderbare Onkel sein willst, gilt es, ein paar Regeln zu beachten. Die wichtigste Regel: Du willst nicht die Person sein, über die nach der Hochzeit alle sprechen. Und wie wir alle wissen, neigen Menschen im betrunkenen Zustand dazu, Dinge zu tun, die sie nachher bereuen. Also achte auf deinen Pegel, trink zwischendurch immer Wasser und pass auf, dass mindestens eine Person betrunkener ist als du. Und falls du merkst, dass es dir bald zu viel wird, halte dich von Mikrofonen fern, um keine peinliche Rede zu halten, die am nächsten Tag auf YouTube zu sehen ist. Apropos Social Media – wenn das Brautpaar schon in der Einladung den Hashtag angibt, unter dem gepostet werden soll, ist alles kein Problem. Falls nicht, hat das Brautpaar die Hoheit über die Bilder der Hochzeit und du solltest auf jeden Fall fragen, bevor du Bilder von der Hochzeit ins Netz stellst.

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Eindeutiges Indiz: Wenn auf der Tanzfläche alle einen Kreis um dich bilden und klatschen, sollten bei dir alle Alarmglocken losgehen. Foto: Getty Images

Mitmachen erwünscht

Die meisten Brautpaare freuen sich, wenn die Gäste Ideen einbringen und so für einen abwechslungsreichen Abend sorgen. Ansprechpartner hierfür sind die Trauzeugen – sie wissen in der Regel, was gut ankommt und was nicht. Wenn also zum Beispiel keine Brautentführung erwünscht ist, dann lasst es einfach, sonst bringt ihr den geplanten Ablauf der Feier komplett durcheinander. Und bitte achtet darauf, dass es einen Unterschied zwischen lustig und lächerlich gibt – Spiele auf einer Hochzeit sollen natürlich der allgemeinen Erheiterung dienen, aber das Brautpaar nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Falls sich jedoch das Brautpaar wünscht, dass Karaoke gesungen wird, dann heißt es als Gast Augen zu und durch – irgendeinen Klassiker wirst du schon zum Besten geben können.

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Wo die Grenze zwischen lustig und lächerlich liegt, variiert von Paar zu Paar. Foto: Getty Images

Zeit zu gehen

Letztendlich gibt es hier kein Patentrezept, die perfekte Zeit zu gehen, ergibt sich aus der allgemeinen Stimmung. Und ja, natürlich aus persönlichen Faktoren – Paare mit Kindern gehen in der Regel früher, auch Oma und Opa gehören selten zu den letzten Gästen. Als normaler Durchschnittsgast sollte man weder der erste, noch der letzte sein, der die Feier verlässt. Am besten ist es, immer wieder einen Blick auf das Brautpaar zu werfen. Haben die beiden noch Spaß, dürft ihr gerne noch bleiben und die ausgelassene Stimmung genießen. Solltet ihr allerdings bemerken, dass die Braut ihre Beine hochlegt, weil sie vom Tanzen müde ist, dann ist es Zeit, sich zu verabschieden. Denn auf das Brautpaar wartet schließlich noch die Hochzeitsnacht …

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Zu spät: Wenn du die Braut so am Boden sitzen siehst, bist du zu lange geblieben. Foto: Getty Images

Mit diesem Wissen kannst du als Gast nicht mehr so viel falsch machen. Und falls doch, kannst du bei deiner eigenen Hochzeit ja alles richtig machen. Tipps findest du zum Beispiel hier!